| | Jenaplanpädagogik | Montessori-Pädagogik | Waldorfpädagogik |
| Bild vom Kind | humanistisches, realistisches Bild des einzelnen Kindes in Gemeinschaft und Gesellschaft, Bildung und Erziehung, Selbstverantwortung und Teamfähigkeit wesentlich | biologistisches Bild vom Kind, eher individuumszentriert, christliche Erziehungsethik, Selbstständigkeit als wesentliches Erziehungsziel | "anthroposophische“ Weltsicht und entsprechendes Bild vom Kind als – unterstützt durch Schule und Lehrer - sich entfaltendes Geistwesen |
| Gruppierungsform | Stammgruppen statt Jahrgangsklassen | jahrgangsübergreifende Gruppierung | Ablehnung von Jahrgangsmischung |
| Klassenraum | „Schulwohnstube“, Gruppenraum als Arbeits- und Lebensraum | eher Betonung unterrichtlicher Aktivitäten: „vorbereitete Umgebung“ mit gepflegten didaktischen Arbeitsmaterialien | eher karge (anthroposophisch begründete) Ausstattung der Klassenräume |
| Lehrplan | flexible Inhalte, grober Lehr- und Arbeitsplan, handwerkliche Förderung | starke Orientierung an durch Montessori entwickelte und begründete Inhalte (Flexibilisierung) | traditioneller Lehrplan (Hahnemann) mit einer relativ großen Anzahl „historisch geprägter“ Inhalte |
| Unterrichtsform | Betonung forschend-entdeckenden Lernens im Rahmen von „Weltorientierung“ als Unterrichtsfach, „natürliches Lernen“ (Basisaktivitäten Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier) | Freiarbeit im Mittelpunkt, Raum für Einzelarbeit, Bindung an didaktisches Material („Hilf mir, es selbst zu tun!“) | stärker durch den Lehrer gelenkter Unterricht (Frontalunterricht), |
| Lerninhalte und -methoden | starke Orientierung der schulischen Arbeit an aktuellen Inhalten, Ereignissen, Entwicklungen („Das Material ist das Leben“); Aufgeschlossenheit für gesellschaftliche und didaktische Innovationen, Kern-Kurs-System | Das Kind sucht sich selbstständig sein "Arbeits"-material, Lernbegleiter(Lehrer) bereiten die Umgebung entsprechend dem indivudellen Entwicklungstand vor | stärker am klassischen Kanon von Inhalten orientiert, kaum methodische Innovation, stark lehrerzentriert, Ablehnung von Gruppenarbeit |
| Sitzordnung | freie, variable und funktionsadäquate Sitzordnung | freie, variable Sitzordnung, freie Wahl der Umgebung | Frontalsitzordnung obligatorisch, Hörblock |
| Lehrerrolle | Lehrer als Begleiter und Berater des lernenden/arbeitenden Kindes | Lehrer tritt im Ideal vollkommen zurück („Bindestrich“ zwischen Material und Kind) | Lehrer als vorgesetzte Autorität; 8 Jahre Klassenlehrer |
| Schulform | Betonung der Bedeutung der Einzelschule; Schulprogramm und Schulprofil; „offenes Modell“, betont demokratische Orientierung | teilweise starke Orientierung am Schulbild Montessoris, weniger politisch orientiert | überwiegend Orientierung an der Schulform nach den Ideen Rudolf Steiners, demokratisierte Schulverwaltung |